Angst vor Prüfungen?

pruefungsangst, Angst, PruefungKennst du das? Du hast dich optimal vorbereitet. Du kennst jede Vokabel, hast sämtliche Formeln in deinem Gehirn abgespeichert. Du hast alle Zusammenhänge verstanden und kannst sie erklären. Du bist perfekt für jede noch so komplizierte Frage gerüstet. Du hast alles richtig gemacht. Und dann kommt die Prüfung. Auf deiner Stirn steht kalter Schweiß und in deinem Gehirn ist nur noch ein großes schwarzes Nichts…Dann leidest du wohl unter massiver Prüfungsangst.

 

Woher kommt diese Prüfungsangst?

Ein bisschen Aufregung und Lampenfieber sind ganz normal vor einer Prüfung. Kribbeln im Bauch, feuchte Hände und der häufige Gang zur Toilette gehören bei vielen Menschen in Prüfungssituationen einfach dazu. In der Prüfungssituation selber lässt diese Aufregung dann in der Regel nach und das gelernte Wissen wird problemlos abgerufen.

Bedenklich wird es erst bei richtig starker Prüfungsangst, die uns komplett blockiert und den Zugriff auf unser Gehirn erschwert oder sogar verhindert. Manchmal führt diese Situation sogar zu einem richtigen Blackout. Aber warum passiert das bei manchen Menschen?

Psychologen haben eine ganz einfache Erklärung für dieses Phänomen. Nicht die eigentliche Prüfung selber sondern die Angst vor den Folgen einer nichtbestandenen Prüfung soll der Auslöser für diese Angstsituation sein. Der Prüfling macht sich also schon vor der Prüfung Sorgen darüber, wie ein Nicht-Bestehen von der Umwelt aufgenommen werden könnte. Halten mich meine Freunde dann für dumm? Bin ich für meine Eltern ein Versager? Komme ich beruflich nicht mehr weiter? Wenn dir solche Gedanken im Vorfeld einer Prüfung ununterbrochen durch den Kopf gehen, ist dein Gehirn natürlich blockiert.

 

Prüfungsangst ist erlernt

Die Ursachen für dieses Gedankenkarussell können sehr unterschiedlich sein. Fakt ist aber, dass die Prüfungsangst erlernt ist. Sie hängt in der Regel mit Erfahrungen zusammen, die du in deiner Kindheit oder Jugend gemacht hast. Vielleicht gab es in der Schule einmal eine Situation, in der du dich total blamiert gefühlt hast. Dein Lehrer hat dich an der Tafel bloß gestellt und deine Mitschüler haben dich ausgelacht. Diese Situation war für dich bestimmt sehr traumatisch und hat dein Selbstwertgefühl mächtig angekratzt.

Vielleicht wurdest oder wirst du in deiner Familie aber auch nur über deine Leistung definiert. Oder du empfindest das auch nur so. Wenn du die Leistungsansprüche deiner Eltern nicht erfüllen kannst, fühlst du dich abgelehnt. Mangelnde Leistung wird mit Liebesentzug bestraft. In manchen Familien ist das tatsächlich so. Aber vielleicht interpretierst du in die Reaktion deiner Eltern auch viel zu viel hinein. Denn Fakt ist: Eltern freuen sich nie über schlechte Zensuren! Das heißt aber nicht, dass sie dich deshalb ablehnen. Wenn du aber das Gefühl hast, das solche Ursachen der Grund für deine massive Prüfungsangst sind, ist es wohl wirklich sinnvoll psychologische Hilfe zu suchen.

 

Was kann ich gegen meine Prüfungsangst unternehmen?

Wenn sich deine Prüfungsangst aber noch in Grenzen hält und eine professionelle Hilfe tatsächlich nicht nötig ist (sei in diesem Punkt aber bitte ganz ehrlich zu dir), dann gibt es einige Möglichkeiten, dir selber zu helfen.

Zunächst solltest du deinem Selbstwertgefühl wichtige Botschaften vermitteln.

  • Vermeide Negativ-Sätze! Sage dir also nicht: „Es wäre eine absolute Katastrophe, wenn ich durchfalle.“ Oder „Mir fällt ganz bestimmt überhaupt nichts ein in der Prüfung.“
  • Nutze die Kraft der positiven Botschaften! „Ich bin perfekt vorbereitet!“ „Ich kann die Fragen beantworten!“ 

Aber es gibt noch eine ganze Reihe anderer Tipps, mit denen du in Prüfungssituationen perfekt ausgerüstet bist:

  • Sei pünktlich! – Klingt logisch, oder? Denn wenn du schon zu spät losfährst, gerätst du auf dem Hinweg schon in eine Stresssituation. Da ist es dann nicht leicht, rechtzeitig wieder in den entspannten Modus zurück zu finden.
  • Nutze Entspannungstechniken – Es ist immer sinnvoll in mental anstrengenden Situationen auf ein umfangreiches Repertoire an Entspannungsübungen zurückgreifen zu können. Mache dich schon in deiner Lernphase mit diesen Übungen vertraut. Im Praxisteil werde ich dir ganz viele Methoden vorstellen.
  • Visualisiere deinen Erfolg – vielen Menschen hilft es, sich das Gefühl nach einer bestandenen Prüfung vorzustellen. Erinnere dich, an eine Situation in der du sehr erfolgreich warst. Wie hat sich das angefühlt? Stell dir vor, wie du dich fühlst, wenn du diese Prüfung erfolgreich abgeschlossen hast.
  • Halte Abstand zu den Schwarzmalern – diese Menschen gibt es in jeder Gruppe. „Ich kann das nicht“, „Ich falle sowieso durch“, „das Thema hätten wir bestimmt auch noch lernen müssen“. Diese Menschen verunsichern dich und machen dich unnötig nervös. Meide ihre Gesellschaft vor der Prüfung, nachher könnt ihr ja wieder in Ruhe zusammen einen Kaffee trinken oder ein Eis essen gehen.
  • Bereite dich vor – dieser Hinweis sollte eigentlich überflüssig sein. Denn natürlich hast du mehr Grund zur Angst vor einer Prüfung, wenn du nicht ausreichend vorbereitet bist. Da du aber ganz bestimmt, die ganzen Lernstrategien ausprobiert hast, die ich dir empfohlen habe und die passendsten umgesetzt hast, bist du optimal vorbereitet. 

Es gibt also viele Strategien, mit denen du deiner Prüfungsangst begegnen kannst. Probiere es einfach mal aus.