Die richtigen Pausen damit du alles im Kopf behälst

Pause, Auszeit, ausruhenGenauso wie man den Arbeitsplatz vom Freizeitbereich abgrenzen sollte, ist es auch sinnvoll die Arbeitszeit streng von der Freizeit zu trennen. Du solltest dir also klar definierte Zeitfenster schaffen und in deine Lernphasen unbedingt feste Pausen einbauen. Nur so kannst du einen optimalen Lernerfolg erzielen.

 

Dein ganz persönlicher Rhythmus

Falls du jetzt ein Patentrezept erwartest und einen festen Stundenplan von mir bekommen möchtest, muss ich dich leider enttäuschen. Diesen Plan musst du nämlich ganz individuell für dich erstellen.

Jeder Mensch hat seinen eigenen Biorhythmus, der großen Einfluss auf die Lernfähigkeit und die Konzentration nimmt. Kennst du den Spruch „Der frühe Vogel fängt den Wurm“? Oder heißt es bei dir eher „Der frühe Vogel kann mich mal?“ Welche Version eher deiner Natur entspricht, hängt nämlich von deinem Biorhythmus ab. Es gibt leidenschaftliche Frühaufsteher und absolute Nachteulen. Zudem gibt es auch Menschen, die unter einem extremen Tief am Mittag leiden und zu dieser Zeit kaum einsatzfähig sind. Diese Faktoren solltest du bei deiner Lernplanung unbedingt berücksichtigen.

Also, wann läufst du zu Höchstleistungen auf? Wenn du dir nicht wirklich sicher bist, erstelle doch einfach mal eine persönliche Leistungskurve. Du notierst dir einfach ein paar Tage lang, wann du dich ausgeruht fühlst und klar denken kannst. Im Gegenzug schreibst zu natürlich auch auf, wann du einfach nur müde bist und sich dein Kopf wie ein Sieb anfühlt.

Leider kannst du dich nicht immer nach deiner inneren Uhr richten, da Schul- und Arbeitszeiten in der Regel ja festgelegt sind. Aber auf jeden Fall bekommst du so einen Anhaltspunkt, wann die beste Zeit für deine Lerneinheiten ist.

 

Welche Pausen brauchst du?

Unter Berücksichtigung deines Biorhythmus hast du jetzt hoffentlich deine Lernzeiten festgelegt. Nun geht es an die Pausenplanung. Pausen sind nämlich fast so wichtig wie das eigentliche Lernen. Du brauchst die Pausen unbedingt, damit du abschalten und dich erholen kannst. Und das Beste ist:  in den Lernpausen prägt sich dein Gehirn das Gelernte noch weiter ein. 

Es gibt verschiedene Arten von Pausen, die du in deinem Lernalltag einbauen solltest:

  • Verschnaufpause: Das sind die kleinen – maximal 30 Sekunden langen – Momente in denen du das soeben gelesene sozusagen sacken lässt. Nach jedem Sinnabschnitt bietet sich so eine Pause an. Dein Gehirn hat auf diese Weise die Möglichkeit, den gerade gelernten Inhalt zu speichern.
  • Mini- oder Themenpause: Bevor du von einem Thema zum nächsten wechselst, solltest du  eine ca. 5 Minuten lange Pause machen. So kann sich dein Gehirn auf den Wechsel einstellen. Diese Pause sollte spätestens nach 30 Minuten Lernarbeit der Fall sein. Sinnvoll ist es in diesen Minipausen vom Arbeitsplatz aufzustehen. Du kannst ein bisschen herumlaufen oder ein paar Bewegungsübungen machen. Ich werde dir später noch ein paar Übungen zeigen.
  • Kurz- oder Abschnittspause: Diese Pause solltest du unbedingt nach 1 ½ allerspätestens aber nach 2 Stunden Lernarbeit einlegen. Du solltest deinen Arbeitsplatz für rund 15 – 20 Minuten verlassen, damit du wieder neue Konzentration aufbauen kannst. Trink etwas und iss eine Kleinigkeit. Mach irgendetwas, das dir Spaß macht – du solltest allerdings nicht fernsehen. Optimal wäre es, wenn du ein bisschen an die frische Luft gehst und/oder ein paar Lockerungsübungen machst.
  • Erholungspause: Spätestens nach 4 Stunden kannst du keine neuen Informationen mehr aufnehmen. Es ist allerhöchste Zeit für eine effektive Erholungspause, die ruhig zwei Stunden dauern sollte. Anschließend bist du wieder in der Lage neues Wissen zu speichern. 

Sinnvoll ist es jedoch, dein Lernpensum so einzuteilen, dass Power-Learning am Wochenende überflüssig ist. Teil dir deine Arbeit besser so ein, dass du jeden Tag ein Zeitfenster von zwei Stunden einplanst. Das ist besser für dich und für deine Konzentration.

 

Dein Gehirn

Mit dieser Pausenregelung kann dein Gehirn die gerade gelernten Informationen optimal verarbeiten. Es braucht nämlich Zeit, um neue Eindrücke, Begriffe und Sachverhalte schrittweise abzuspeichern. Sind sich die Lerninhalte zu ähnlich, werden Überlagerungen verursacht. Dabei wird entweder die ältere gelernte Information überschrieben oder der neue Inhalt blockiert und gelangt somit gar nicht ins Gehirn. Die kleinen Pausen verhindern diese Überlagerung.

Zudem speichert das Gehirn Informationen, die es am Anfang und am Ende einer Einheit bekommen hat, besser ab als den Teil in der Mitte. Je mehr Pausen du also machst, desto mehr Anfänge und Enden hast du. Es gelangt also viel mehr neues Wissen in dein Gehirn. Das klingt doch sehr logisch und ist einfach toll. Merke dir also:  Sinnvolle Pausen erhöhen den Lerneffekt!