Warum Musik dir bei deiner Konzentration helfen kann

Musik, Entspannungsmusik, konzentrierenKann man sich mit Musik besser konzentrieren? Ich antworte einmal mit einem fröhlichen Jein. Denn es kommt auf die Art der Musik an. Es gibt Musik, die aufregt und ablenkt. Es gibt aber auch Stücke, die beruhigen und dein Gehirn in einen entspannten und aufnahmefähigen Modus versetzen. Es ist also wichtig herauszufinden, welche Musik eine positive Wirkung auf deine Konzentration hat, bevor du deine Anlage beim Lernen aufdrehst.

Da wären wir auch schon bei einem weiteren wichtigen Punkt zu diesen Thema. Wenn du die Musik anmachst, dann bitte nicht auf volle Lautstärke. Die Musik sollte auf jeden Fall immer nur im Hintergrund laufen, damit der Fokus deiner Gedanken beim Lerninhalt ist und nicht bei dem aktuellen Song. Wenn du zu den Menschen zählst, die absolute Stille als unangenehm empfinden, ist es sicherlich eine gute Wahl, deine Musik leise aufzudrehen. Es gibt mittlerweile sogar Apps, die dir die Geräuschkulisse eines Cafés vorspielen. So hast du das Gefühl nicht allein zu sein sondern mitten unter den Leuten zu sitzen.

Aber mit welcher Musik kannst du dich besser konzentrieren?

Die optimale Lernmusik sollte das richtige Tempo haben. Sie darf nicht zu schnell und aggressiv sein.  Also Heavy Metal und Technomusik haben beim Lernen wohl eher nichts zu suchen . Zu schnelle Beats regen an und auf. Diese Musikstücke sind tolle und motivierende Begleiter für die nächste Joggingrunde, für den Schreibtisch sind sie aber nicht geeignet. Experten empfehlen häufig klassische Musik. In diesem Zusammenhang gibt es den Begriff „Mozart-Effekt“, den ich dir später noch erkläre.

Um immer die richtige Musik zum Lernen parat zu haben, solltest du dir eine entsprechende Playlist machen. Radio oder ein Fernsehsender, der Musikvideos zeigt, helfen dir nicht bei der Konzentration. Bilder und gesprochene Sprache sind auf jeden Fall kontraproduktiv. Viele Menschen lassen sich auch durch gesungene Sprache von der eigentlichen Aufgabe ablenken. Das musst du selber einmal ausprobieren.

Der Mozart-Effekt

Den Begriff Mozart-Effekt habe ich ja schon einmal erwähnt. Frances Rauscher von der Universität von Kalifornien in Irvine stellte 1993 in einem Aufsatz in der Wissenschaftszeitschrift „Nature“ fest, dass Studenten kurzfristig besser im Teilbereich „räumliches Denken“ bei einem Intelligenztest abschnitten, nachdem sie eine bestimmte Mozart-Sonate gehört hatten. So wurde der Begriff Mozart-Effekt geprägt. Motiviert von diesem Ergebnis ließen ehrgeizige Eltern ihre Kinder schon im Mutterleib mit klassischer Musik beschallen.

In den folgenden Jahren versuchten andere Wissenschaftler das Ergebnis von Rauschers Experiment nachzustellen. Doch es konnte kein wirklicher Nachweis für den Mozart-Effekt erbracht werden. Der Psychologe Christopher Chabris aus Harvard hat jedoch festgestellt, dass die rechte Gehirnhälfte durch das Hören schöner Musik in einen Zustand der freudigen Erregung versetzt wird. Tätigkeiten, die ebenfalls von der rechten Gehirnhälfte übernommen werden, wie z.B. das räumliche Denken, werden so erleichtert. Wichtig ist dabei nur, dass die Musik positive Reaktionen im Gehirn hervorruft. Die Musik muss dir also gefallen. Es wird dir also nicht viel nützen, wenn du klassische Musik absolut scheußlich findest, beim Lernen ausschließlich Mozarts Klavierkonzerte zu hören.

Du wirst also nicht klüger, wenn du Musik hörst. Sie kann dich aber in einen entspannten oder auch positiven Zustand versetzen, der dir beim Lernen hilft. Jetzt musst du nur noch deine persönliche Playlist erstellen. Dazu gebe ich dir gerne noch ein paar Anregungen.

 

Was gehört auf deine Playlist?

  • Klassische Musik – es gibt sehr viele schöne und ruhige klassische Musikstücke. Die oben schon erwähnten Klaviersonaten von Mozart gehören sicherlich dazu. Achte darauf, dass es ruhige oder fröhliche Stücke sind und kein hektisches Durcheinander
  • Chill out Musik – Es gibt mittlerweile zahlreiche Compilations mit Musik, die im Hintergrund in stylischen und lässigen Bars auf Ibiza oder anderen Hotspots läuft. Vielleicht ist das ja die richtige Lernmusik für dich.
  • Meditationsmusik – unter dem Namen Entspannungs- und Meditationsmusik findest du ebenfalls viele CDs, die sich als Hintergrundsound für deine Lernarbeit optimal eignen.
  • Rockmusik – harmonische Rockmusik kann für dich ebenfalls eine gute Wahl sein. Achte darauf dass sie nicht zu aggressiv ist und dich in  gute Laune versetzt.
  • Popmusik – falls das deine Musikrichtung ist, kannst du es ja mal mit einer CD deines Lieblingsinterpreten versuchen. Aber Achtung!  Wenn du lautstark mitsingst, ist es nicht die richtige Musik für dich zum Lernen.  Du bist dann zu sehr abgelenkt. 

Du siehst, du musst es einfach ausprobieren. Sei ganz ehrlich zu dir. Lenkt dich die Musik ab  und fordert zu viel von deiner Aufmerksamkeit, dann dreh den Ton wieder ab. Wenn die Musik dich aber einfach nur in positive Grundstimmung versetzt, dabei aber nicht ablenkt, hast du das optimale Genre für dich gefunden.

Anregungen für spezielle Musikstücke bekommst du beispielsweise auf Youtube oder frage einfach mal in deinem CD-Shop nach. Dann machst du dir eine Playlist zum Lernen fertig. Und sobald du diese Playlist hörst, weiß dein Gehirn, was jetzt zu tun ist.