Bewegung hilft dem Gehirn auf die Sprünge

Bewegung, Sport, AusgleichMens sana in corpore sano. Bestimmt hast du diese lateinische Redewendung schon einmal gehört. Übersetzt bedeutet sie: ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Und auch wenn der Verfasser Juvenals diesen Spruch eigentlich in einem ganz anderen Zusammenhang gemeint hat, unterstützen aktuelle Studien dies Aussage. Sport fördert die geistige Leistungsfähigkeit – da sind sich fast alle Experten einig.

Bewegung fördert die geistigen Fähigkeiten

Bochumer Wissenschaftler um den Neurologen Professor Dr. Tobias Schmidt-Wilcke vom Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum haben eine interessante Studie zu diesem Thema durchgeführt. Dabei wurden mit einer Kernspintomografie die Gehirne von 26 Leistungssportlern, davon 13 Kampf- und 13 Ausdauersportler, und von 12 Nichtsportlern untersucht.

Die Auswertung der Bilder zeigte, dass die sportlichen Probanden im so genannten supplementären motorischen Areal (SMA), deutlich mehr sogenannte graue Substanz aufwiesen. „Bei den Ausdauersportlern fanden die Forscher der Uni Bochum sogar in zwei Hirnregionen, dem SMA und dem Hippocampus mehr graue Substanz als bei den Nichtsportlern“, berichtet Prof. Schmidt-Wilcke.

Diese größere Hirnsubstanz wirkt sich nach Ansicht der Forscher ganz allgemein positiv auf die Leistungsfähigkeit aus, meinen die Forscher. Denn neben dem Einstudieren von Bewegungsabläufen  kommt der SMA auch bei vielen anderen Abläufen im Gehirn zum Einsatz

Es gibt noch eine weitere interessante Studie vom Montreal Heart Institute. Die Forscher aus Kanada ließen Erwachsene, die vorher keinen Sport betrieben haben, zweimal in der Woche, vier Monate lang, ein anspruchsvolles Intervalltraining absolvieren. Anschließend  hatte sich nicht nur die Kondition der Testpersonen sondern auch deren geistige Leistungsfähigkeit verbessert, wie Tests ergaben. Und es gibt noch viel viel mehr Studien zu diesem interessanten Thema, die ich aber jetzt lieber nicht alle aufzähle. Ich denke du hast es verstanden:  Sport ist gut für dein Gehirn. 

 

Bereits 15 Minuten Bewegung steigern die Konzentration

 

Welche Sportart ist optimal geeignet?

Es ist also bewiesen: durch Bewegung kannst du deine Gehirnleistung und deine Konzentration steigern. Jetzt musst du nur noch die richtige Sportart für dich finden. Welche Sportart ist die richtige für dich?

Die einfache Antwort: die Sportart, die dir Spaß macht. Denn wenn du dich für eine sportliche Aktivität entscheidest, die du nur sehr ungern machst, wirst du nicht lange durchhalten.

Welche Sportart passt zu dir?

Zunächst einmal musst du natürlich herausfinden, welcher Sport zu deinem Körper passt. Falls du starke Kniebeschwerden hast, ist Tennis durch seine heftigen Stoppbewegungen nicht geeignet. Wenn du allergisch gegen Pferde bist, ist Reiten nicht der optimale Sport für dich. Aber das ist natürlich logisch. Also, denk einfach nach. Worauf hast du Lust? Was wolltest du schon immer einmal ausprobieren?

Bist du gerne mit anderen zusammen? Es gibt so viele tolle Mannschaftssportarten. Spiel Fußball oder probiere doch einfach mal Volleyball aus. Einen zusätzlichen Effekt bringen Sportarten, die du draußen ausüben kannst. Denn an der frischen Luft tust du deinem Körper und deinen Gehirn noch zusätzlich etwas Gutes.

Joggen oder Walken ist für die meisten Leute eine gute Wahl. Du kannst jederzeit einfach loslegen und bist nicht an feste Zeiten gebunden. Obwohl andererseits ein fester Rhythmus ganz bestimmt nicht schadet, denn so kannst du deinen inneren Schweinehund viel leichter überwinden.

Aber vielleicht gibt es ja auch Gründe, warum du momentan keinen Sport machen kannst oder darfst. Möglicherweise ist dann ein kurzer Spaziergang eine geeignete Alternative für dich. Die körperliche Belastung hält sich dabei in Grenzen und du kannst einfach loslaufen. Du musst dich nicht extra umziehen – auf bequeme Schuhe solltest du allerdings achten – du musst keine Aufwärmübungen machen und du kannst auch einfach mal einen Zehn-Minuten-Spaziergang einlegen. Die Zeit kannst du fast immer erübrigen.

Verspannungen sind Konzentrationskiller

Gehörst du zu den glücklichen Menschen, die nicht über Verspannungen im Nackenbereich klagen? Dann kannst du diesen Abschnitt getrost überspringen. Studien zufolge leidet allerdings fast jeder Mensch über 30 unter diesen Beschwerden. Und auch unter den Schülern und Studenten ist dieses Problem sehr weit verbreitet.

Vielleicht ist es also auch bei dir so: Dein Nacken tut weh und du kannst deinen Kopf nicht mehr richtig bewegen und drehen. Der Schmerz zieht bis in die Rücken- und Schulterpartie und strahlt häufig auch bis in den Kopf aus. Vernünftiges Lernen und Denken ist damit fast nicht möglich.

In der Regel entstehen diese Schmerzen und Verspannungen durch falsches und zu langes Sitzen und Liegen. Wir verbringen heutzutage viel zu viel Zeit am Schreibtisch bzw. am Computer. Wenn dann nicht rechtzeitig und ausreichende Pausen gemacht werden, streikt der Körper. Abhilfe schaffen da manchmal schon leichte Entspannungs- oder Dehnübungen.

Versuche also Bewegung in deinen Alltag am Schreibtisch einzubauen. Nach Feierabend ist Schwimmen eine tolle Möglichkeit, um die Nackenmuskulatur zu trainieren. Aber Achtung beim Brustschwimmen. Viele Menschen haben hier die Angewohnheit, ihren Kopf krampfhaft aus dem Wasser zu strecken. Diese Technik verursacht noch mehr Nackenverspannungen.

Du siehst, es ist mal wieder ganz einfach. Mit ganz wenig Einsatz, kannst du so viel für deine Gehirnleistung und deine Konzentration erreichen.