Morgen fang ich an – Die chronische Aufschieberitis

aufschieben, nicht anfangen, später, jetztMüsstest du eigentlich auch noch deine Unterlagen sortieren, einen überfälligen Zahnarzttermin vereinbaren oder noch ganz dringend ein Referat vorbereiten?  Aufgaben, die als unangenehm empfunden werden, schiebt jeder gerne vor sich her. Das ist ganz normal. Aber manchmal wird diese Aufschieberitits chronisch.

Anlass zur Besorgnis gibt die sogenannte Prokrastination (das ist der Fachbegriff für das Aufschieben unangenehmer Dinge) nach Ansicht von Fachleuten aber, wenn du wichtige Entscheidungen nicht treffen willst und dein Leben dadurch stark beeinträchtigt wird. Obwohl die Entscheidung wichtig ist, wird sie aus unerfindlichen Gründen immer weiter aufgeschoben. Das Ergebnis ist ein Selbstwertgefühl auf dem Tiefpunkt, weil man so gar nichts erreicht. Wenn die Aufschieberitis bei dir dieses Level erreicht, dann musst du dir unbedingt professionelle Hilfe suchen.

Aufschieberitis als Effizienzbooster

Häufig langweilen uns einfache Aufgaben oder Routineaufgaben, sie machen uns einfach keinen Spaß mehr. Wir schieben diese Dinge vor uns her, weil wir keine Lust darauf haben. Doch was dann passiert, hast du sicherlich auch schon öfter erlebt. Da wir die Aufgabe so lange aufgeschoben haben, wird sie jetzt zu einer richtigen Challenge, weil wir sie unter Zeitdruck erledigen müssen. Wenn die Deadline naht, dann überlegen wir nicht mehr lange, sondern packen die Aufgaben einfach an. Wir arbeiten dabei sehr zielorientiert und konzentrieren uns auf das Wesentliche. Wir bekommen einen regelrechten Motivationsschub, Adrenalin pur durchströmt unseren Körper und wir erledigen die Aufgabe mit ausgezeichnetem Erfolg. Leider funktioniert das nicht immer. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Zeit tatsächlich reicht, um die Aufgabe noch rechtzeitig zu erledigen. Manchmal ist eine Aufgabe viel umfangreicher als sie zunächst aussah.

Rezepte gegen die Aufschieberitis

Da das Last-Minute-Konzept nicht immer erfolgreich ist, solltest du dir lieber überlegen, wie du dein Verhalten ändern kannst. Denn ehrlich gesagt, ist der Stress, den die Prokrastination verursacht, absolut überflüssig. Oder gefällt es dir, wenn du eigentlich immer ein schlechtes Gewissen haben musst, weil deine Aufgaben noch nicht erledigt sind. Du musst es doch sowieso tun. Also erledige deine Aufgaben und  genieße danach völlig unbeschwert deine Freizeit.

Schau dir doch einfach mal die Tipps an, die ich für dich zusammengestellt habe:

Zeitmanagement – „Das Referat brauche ich erst in einem Monat. Ich habe also noch jede Menge Zeit.“ Könnte dieser Satz von dir stammen? Und kurz vor dem Monatsende brichst du in Panik aus, weil du nicht weißt, wie du alles schaffen sollst?

Mein Vorschlag: Zerlege das Gesamtprojekt in kleine Häppchen. Verteile die Einzelprojekte sinnvoll in deinem Kalender. Diese Termine sind für dich bindend. Lasse dir am Ende noch Spielraum für Korrekturen und Ausarbeitungen.

Sei unperfekt – „Das wird das beste Referat, das jemals zu diesem Thema geschrieben wurde.“ Könnte dieser Satz von dir stammen? Du möchtest den perfekten Text verfassen, sammelst unendlich viele Informationen, machst umfangreiche To-do-Listen und lässt deine Gedanken ununterbrochen um dieses Thema kreisen? Aber du fängst nicht an zu schreiben? Du hast so viel Zeit und Arbeit investiert, aber bist dem eigentlichen Ziel kein Stück näher gekommen?

Mein Vorschlag: Du musst nicht das allerbeste Referat schreiben. Fang einfach an. Mache eine Struktur und dann legst du los. Es muss nicht perfekt sein. Du wirst deinen Text überarbeiten und verbessern und irgendwann musst du dann beschließen, dass es gut ist. Der Text ist so perfekt, wie du in zu diesem Zeitpunkt machen kannst. Du kannst dir sicher sein, es geht immer noch besser. Zudem solltest du beachten, dass viele Aufgaben gar nicht perfekt gemacht werden müssen.

Kennst du das Pareto-Prinzip? Diese Regel besagt, dass du durch 20% der Aufgaben 80% der Ergebnisse erzielen kannst. Also, hab auch einfach mal ein bisschen Mut zur Lücke.

Überliste dich – „Es lohnt sich nicht, jetzt mit der Aufgabe anzufangen. Ich habe gerade nicht so viel Zeit.“ Könnte dieser Satz von dir stammen? Du beginnst gar nicht erst mit deinem Projekt, weil du immer nur ein bisschen Zeit hast und im Moment keine längere Phase erübrigen kannst?

Mein Vorschlag: Nimm dir einfach eine Viertelstunde und erstelle schon einmal eine To-do-Liste oder schaue dir die Unterlagen an. Schreibe ein paar Sätze. Wenn du erst einmal deinen inneren Schweinehund überwunden hast und im Thema drin bist, kannst und willst du ja vielleicht doch ein bisschen mehr Zeit investieren.

Jetzt – wenn du eine Aufgabe zu erledigen hast, dann fang einfach an. JETZT!!!! Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man innerhalb von 72 Stunden beginnen soll, wenn man sich etwas vornimmt. Die Wahrscheinlichkeit, dass du das Projekt jemals anfangen wirst, sinkt nach dieser Regel auf ein Prozent, wenn du dieses Zeitfenster versäumst. Also, was hindert dich daran jetzt zu beginnen?

Und auch wenn wir schon darüber gesprochen haben, Facebook, WhatsApp und Konsorten haben Pause bei der Arbeit.