Atemübungen

AtemübungNormalerweise atmen wir völlig unbewusst. Die Atmung gehört einfach zu unserem Leben dazu und wir machen uns gar keine Gedanken darüber. Wir denken über diesen natürlichen Vorgang erst nach, wenn wir „außer Atem“ geraten oder wenn uns die Luft wegbleibt. Das ist beispielsweise bei anstrengenden sportlichen Aktivitäten der Fall oder wenn wir uns in einem Raum aufhalten, der nicht ausreichend belüftet wird. Sicherlich hast du in diesen Situationen auch schon festgestellt, dass deine Konzentration deutlich nachlässt. Wenn deine Atemfrequenz über einen längeren Zeitraum erhöht ist, dann wirst du müde und kannst nicht mehr so gut denken. Die logische Konsequenz ist, dass du dafür sorgen musst, dass dein Atem in geregelten Bahnen fließt und dein Gehirn konstant und ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

 

Dein Gehirn benötigt Sauerstoff

Dein Gehirn braucht Sauerstoff um richtig zu funktionieren. Außerdem müssen wir das Abfallprodukt unserer Zellatmung, das Kohlendioxid, wieder ausscheiden. Also je besser deine kleinen grauen Zellen mit Sauerstoff versorgt werden und je wirkungsvoller der Abtransport der Giftstoffe durchgeführt wird, desto konzentrierter und wacher wirst du dich fühlen. Mit der richtigen Atemtechnik wird es dir besser gehen – sowohl geistig als auch körperlich. Probiere es einfach mal aus.

Du bist noch nicht ganz überzeugt? Dann habe ich noch ein kleines Beispiel für dich. Hast du dir mittags schon einmal so richtig den Bauch vollgeschlagen. Ich meine so, dass du dich kaum noch rühren konntest? Wahrscheinlich warst du danach furchtbar müde und konntest kaum noch denken. Dein Körper hat nämlich für die Verdauung ganz viel Sauerstoff benötigt. Dieser Sauerstoff fehlte dann in deinem Gehirn.

Wenn dir das klar ist, dann weißt du auch, dass du mit der richtigen Atemtechnik eine Menge für deine Konzentration erreichen kannst. Dein Gehirn bekommt die optimale Menge Sauerstoff. Ich zeige dir einfach mal ein paar Tricks, mit denen du dich „klüger atmen“ kannst.

 

Die perfekten Atemübungen für mehr Konzentration

  • Richtig Atmen – das ist die Grundvoraussetzung für die optimale Versorgung deines Gehirns mit Sauerstoff. Es bedeutet, dass die Atemluft völlig frei von Anstrengung durch deinen Körper bis in den Bauch, das Becken und sogar den Rücken fließt.Stell dich entspannt hin, die Beine schulterbreit auseinander. Atme ruhig und gleichmäßig durch die Nase ein. Die Luft sollte zunächst in den Bauch und dann in die Brust und die seitlichen Rippenbögen gehen. Leg dabei die Hand auf den Bauch und spüre, wie sich der Bauch vorwölbt. Erst dann hebt sich der obere Teil des Brustbeins.Atme dann ganz bewusst durch die Zähne wieder aus. Dann machst du eine kurze Atempause, um vollkommen zur Ruhe zu kommen. Wenn du diese ganz simple Übung jeden Tag ganz bewusst machst – am besten noch bei weit geöffneten Fenster – wirst du ganz schnell feststellen, wie gut dir das tut. Für diese einfache Übung habe ich jetzt sehr viele Wörter gebraucht, aber sie ist so wichtig und effektiv und lässt sich dabei noch so einfach in deinen Alltag einbauen.Geheimtipp: Und hier kommt noch eine Alternative bzw. Ergänzung zu dieser Übung.  Ein ausgiebiger Lachanfall hat einen ähnlichen Effekt.  Der Brustkorb wird dabei erweitert und der Kreislauf richtig in Schwung gebracht. Aber eigentlich weiß das ja jeder:  Lachen ist gesund. 
  • Schnellatmung – mit dieser Technik erhöhst du den Sauerstoffgehalt im Blut und stärkst dein Zwerchfell. Setz dich in den Schneidersitz. Achte darauf, dass dein Rücken gerade ist. Atme ganz schnell durch die Nase aus, also nur eine Viertel bis halbe Sekunde lang. Dabei presst du den Atem richtig aus und ziehst den Bauch dabei ein. Dann atmest du etwa doppelt so lang wieder ein und lässt den Bauch dabei ganz locker. Die ganze Übung wiederholst du 25 Mal. Wenn du regelmäßig trainierst kannst du sogar bis zu 100 Wiederholungen machen.
  •  Duftatmung – mit dieser Technik verbesserst du die Durchblutung im Gehirn. Fasse dir mit dem Daumen und dem Zeigefinger an deine Nasenwurzel. Jetzt streichst du ein paar Mal langsam, aber mit starkem Druck von der Wurzel bis zur Spitze der Nase. Dann nimmst du deine Hände ganz entspannt wieder herunter und atmest so, als wolltest du ganz bewusst etwas riechen wollen. Während du schnupperst, merkst du, wie dein Atem ganz leicht unter dem Nasenrücken ein- und ausströmt. Wiederhole diese Atmung zehn Mal.
  • Kopfatmung – mit dieser Technik sorgst du ganz einfach für einen klaren, freien Kopf. Atme aus, ohne wieder einzuatmen. Dann spannst du die Muskeln in deinem Gesicht ganz leicht an und schneidest Grimassen. Also du runzelst die Stirn, ziehst deine Augenbrauen hoch, beißt dir auf die Zähne, grinst ganz breit und ziehst die Mundwinkel dabei zur Seite. Die Muskeln bleiben angespannt, während du bis 15 zählst. Sei dabei voll konzentriert. Dann atmest du ganz tief wieder ein und zählst wieder bis 15. Wiederhole diese Übung fünf Mal.
  • Nervenatmung – mit dieser Technik sorgst du für starke Nerven. Sie ist ein Rettungsanker in allen Stresssituationen. Atme dabei ein und halte den Atem dann an. Spanne alle Muskeln dabei an, also den ganzen Körper. Halte die Spannung während du bis 20 zählst. Konzentriere dich dabei auf deine Muskeln. Dann atmest du wieder aus und entspannst dich. Wiederhole diese Übung drei Mal.
  • Körperatmung – mit dieser Technik lässt du die Atemluft noch einmal durch deinen ganzen Körper fließen. Dazu stellst du dich mit weit zur Seite ausgestreckten Armen hin. Atme ganz tief durch die Nase ein und führe die Arme nach hinten, so dass sich deine Hände fassen können. Halte diese Position kurz. Beuge dann deinen Körper nach vorne und atme dabei hörbar aus. Deine gefalteten Hände zeigen Richtung Decke. Beim Einatmen löst du deine Hände und richtest den Oberkörper langsam wieder auf.
  • Atemzählung – mit dieser Technik beruhigst du deinen Atem. Diese kleine Übung kannst du perfekt in deinen Alltag einbauen. Immer wenn du in eine Stresssituation kommst oder dir einfach mal die Luft wegbleibt, zählst du einfach deinen Atem. Schließe dabei die Augen und versuche dich nur auf deine Atmung zu konzentrieren. Zähle beim Einatmen von eins bis zehn und beim Ausatmen rückwärts von zehn bis eins. Denke nur an deine Atmung und zähle. Diese simple Übung wiederholst du fünf Mal. Du wirst sehen, dass du danach viel entspannter bist.